Thüringen ist mit einer Fläche von 16.172 km² ein mittelgroßes Flächenland in der Mitte Deutschlands. Gemessen an der Einwohnerzahl liegt es mit 2,30 Mio. Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von 142 Einwohnern pro km² unter dem Durchschnitt der Flächenländer. Nach Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatte Thüringen mit fast 173.000 Abwanderungen die vierthöchsten Verluste zu verzeichnen (1991-2006).
Im bundesweiten Vergleich des Bruttoinlandsprodukts je Einwohner lag das Bundesland 2007 mit 20.929 Euro am unteren Ende auf Platz 14. Die stärker entwickelten Regionen Thüringens befinden sich entlang der Städtelinie Erfurt-Weimar-Jena. Ostthüringen hingegen zählt gemeinsam mit dem Norden zu den strukturschwachen Regionen. Nach der Wiedervereinigung gingen zwei Drittel der Arbeitsplätze verloren. Inzwischen wurden einige Branchen wie der Gerätebau, die Mikroelektronik und die Medizintechnik neu angesiedelt. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit hoch und die Durchschnittslöhne sind die niedrigsten in Deutschland. In der Industrie werden vor allem Glas, Keramik, Spielwaren, Holz, Textilien und zahlreiche Produkte aus der Metallverarbeitung hergestellt. Schwerpunkte sind in Eisenach und Waltershausen der Fahrzeug- und Maschinenbau. Die größten Unternehmen sind Deutsche Bahn, Deutsche Post und Deutsche Telekom.
Die Zahl der Erwerbstätigen nahm zwischen 1991 und 2008 um 16,2 Prozent ab. Nur Sachsen-Anhalt hatte einen stärkeren Rückgang zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote lag mit 11,3 Prozent im Jahresdurchschnitt 2008 deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse gingen zwischen 1993 und 2008 um 14,9 Prozent zurück, damit lag Thüringen im hinteren Drittel aller Bundesländer. Am Jahresende 2006 bezogen 12,7 Prozent der Bevölkerung Mindestsicherungsleistungen (Durchschnitt = 10,1 Prozent) in Form von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld (Hartz IV), Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter Erwerbsminderung und Sozialhilfe (SGB II und SGB XII).
Thüringen wies 2007 eine Armutsquote von 18,9 Prozent auf, das ist fast jede fünfte Person im Land. Zwischen 2005 und 2007 konnte sich Thüringen kontinuierlich um einen Prozentpunkt verbessern von 19,9 Prozent auf 18,9 Prozent. Damit befindet sich Thüringen zwar im oberen Drittel, bezogen auf Armutsquoten in Deutschland. Die im Vergleich zu Ostdeutschland stehen allerdings nur Berlin und Brandenburg günstiger da.
Die Raumordnungsregion Südthüringen besitzt mit 14,9 Prozent die günstigste Armutsquote im Land. Der höchste Wert wird in Mittelthüringen (Erfurt-Weimar) mit knapp 21,0 Prozent erreicht. Ostthüringen mit Jena und Gera erreicht etwa den Landesdurchschnitt Thüringens.